Ich glaub jetzt kann ich wirklich behaupten, dass ich einen Schutzengel habe. Wenn wir Urlaub machen, können wir uns schon fast drauf einstellen, dass irgendwas passiert.

Indonesien – Mädchen fast ertrunken. Die starke Strömung und die hohen Wellen wollten mich nicht loslassen. Die Rettung: Ein russischer Mann, der mich am Arm aus dem Wasser zog.

Indonesien – Von Jakarta nach Tidung und wieder zurück, haben wir eine Fähre genommen, die paar Wochen später abgefackelt ist.

Istanbul – Mir wird an Silvester schlecht, sodass wir nicht feiern gehen. Paar Stunden später, ein Anschlag. Freunde und Verwandte bangen um uns.

London – Paar Stunden vorher laufe ich noch an der Themse entlang, ja auch an der London Bridge. Paar Stunden später, ein Anschlag. Freunde und Verwandte bangen um uns.

So! Irgendwo da oben im Himmel muss jemand sein, der über mich/uns wacht.

Max saß am Samstag in einer riesen Halle mit 15.000 Menschen und hat eine Klausur geschrieben. Währenddessen hatte er wirklich bedenken, dass etwas schlimmes passieren könnte. Zum Glück ist er unversehrt wieder nach Hause gekommen.

Doch dann DAS! Wieder einmal würden Menschen verletzt (sowohl psychisch als auch physisch) und getötet. Diese Welt ist krank, krank, krank!

Man muss mittlerweile immer damit rechnen, dass gestörte, kranke, widerliche Menschen böses tun und eine ganze Stadt/Land in Angst versetzten.

Überall hörten wir Sirenen. Hubschrauber und sogar Kampfjets flogen über unsere Köpfe. Zahlreiche Menschen voller Angst und Sorge. Im TV: Sendeunterbrechung und Liveübertragung. Leute die vom Tatort laufen und von Polizisten in “Empfang” genommen und in “Sicherheit” eskortiert wurden.

Mehr will ich gar nicht sagen. Ihr habt es alle mitbekommen.

Jetzt hat der Beitrag voller Hass und Dramatik angefangen. Dabei wollte ich euch doch erzählen, dass ich auch Schönes erlebt habe. Ich glaube einen guten Übergang werd ich nicht finden. Daher jetzt einfach der nette Part.

Unterkunft

Ich hatte euch in dem ersten Beitrag zu London ja schon erzählt, dass wir in Shoreditch (ein Stadtteil in London) ein Airbnb hatten (Hier klicken, ab zu London Part I). Daher möchte ich nicht mehr all zu viel dazu erzählen. Zwei Kleinigkeiten habe ich dann aber noch.

Zuerst will ich euch ein wenig den Stadtteil Shoreditch schmackhaft machen. Dieses Viertel ist wirklich hip und angesagt. Super viele tolle Cafes und Restaurants. Kleine süße Klamottenläden. Überwiegend junge Hipster. Man ist umzingelt von Künstlern und kreativen Köpfen. Das spiegelt sich auch an den Wänden wieder mit zahlreichen Graffitis. Dazu kommen wir aber später.

Am Wochenende halten sich dort viele Leute zum Party machen auf, da es einfach total viele angesagte Bars gibt. Sonntags gibt es einen großen Straßenmarkt zum Rumstöbern. Man ist sowohl mit der Bahn als auch mit dem Bus schnell an Schlüsselpunkten.

So zurück zum Appartement. An all die Mädels die sich für das Appartement entscheiden: Schminken kann man sich nur semi gut, da das Licht im Badezimmer derbe komisch ist. Eine Steckdose ist im Bad auch nicht vorhanden. Haare glätten zum Beispiel wird dadurch verkompliziert.

Allgemeine Info an alle: In England gibt es andere Steckdosen als bei uns. In unserem Appartement gab es zwar einen Adapter, aber einen Eigenen mitbringen schadet trotzdem nicht.

Food Diary

Jetzt kommt eine kleine Menü-Zusammenstellung. Angefangen beim Frühstück, wird es mit einem Dessert enden. Ich muss aber sagen, dass ihr das nicht alles in einem Restaurant bekommt. Also los geht’s!

Andina

Gefrühstückt wird bei Andina. Ein peruanisches Restaurant in Shoreditch. Wenn du mal was anderes essen möchtest, dann wird dieses Restaurant richtig für dich sein. Es gibt eine Frühstückskarte für’s Wochenende, eine für die Woche und dann noch ein Karte für’s Main-Menü. Ich war wieder mal nicht ganz so experimentierfreudig und habe ganz einfach wieder Rührei mit Avocado und Brot genommen. Max hat sich für Granola mit Joghurt und Früchten entschieden. Dazu gab es einen grünen Smoothie und ein Lassi. Ansonsten stehen auf der Karte Dinge wie Süßkartoffel Pancakes, Mais-Souffles und poschierte Eier. Im Gegensatz zu anderen Restaurants in London, sind die Preise im Andina sehr human. Für mein Rührei-Avocado-Brot hab ich 5 Pfund gezahlt.

Versucht einen Tisch im Erdgeschoss und nicht im Keller zubekommen. Da steppt der Bär. Zumindest fand ich es oben schöner. Am Wochenende solltet ihr euch am Besten einen Tisch reservieren. Wir hatten echt Glück, dass wir ohne Reservierung einen Tisch bekommen haben.

ACE-Hotel

Alternativ zum Adina, kann ich das Ace-Hotel wirklich empfehlen und nicht nur um zu Frühstücken. Das Hotel ist wohl das bekannteste Hotel in Shoreditch und wirklich toll. Wenn du etwas mehr Geld pro Nacht ausgeben willst, dann nimm dir dort ein Zimmer. Wenn du nicht mit Geld um dich werfen kannst, dann gehst du halt nur hin um was zu essen. Im Eingangsbereich findest du direkt unzählige gemütliche Sitzgelegenheiten. Überall sitzen junge hippe Leute mit ihren Laptops und lernen/arbeiten. Gib unserer Generation freies W-Lan und wir zecken uns ein. Und was hab ich da wohl gegessen? Ja genau, Rührei mit Avocado und Brot. Was soll ich machen. Ich mag es halt so sehr.

Pho Viet 68

Mittag könnt ihr euch im Pho Viet 68 gönnen. Natürlich musste ich wieder eine Pho-Suppe essen. Ich liebe diese Suppe einfach. Für die, die sie nicht kennen: Das ist eine traditionelle vietnamesische Nudelsuppe. Je nach dem was man gerne isst, kann man meist zwischen Rindfleisch, Tofu und Schrimps wählen. Ich liebe Rind, daher kommt auch nichts anderes in meine Suppe. Gezahlt haben wir für eine Suppe ca 11 Pfund. Ganz normale Preise in London. Jaaaa teuer! Aber dafür doppelt so groß wie in anderen Restaurants.

Meat Mission

Zu Abend gibt es Buuuurger! Ich hatte einen Green Chili Cheeseburger. Und ich kann euch sagen, das Stichwort ist Chili. Ich esse sonst gerne scharf, aber das war der Burner. Burn baby burn! Man wurde mir heiß! Aber lecker war er allemal. Kann ich nur empfehlen, wenn man mal unter Feuer stehen will. Gekostet hat mich der Burger um die 9 Pfund. Normale Pommes nochmal 2.50 Pfund extra. Aber natürlich hat das Meat Mission auch noch andere Burger auf der Karte.

Albert

Pub’s gibt es an jeder Ecke in London. Ich hab mit Pub’s immer nur Bier verbunden. Die Engländer lieben dieses Getränk einfach. Nach Feierabend tummel sich die Leute dort und machen nette Bekanntschaften. Lachen, haben Spaß und zelebrieren das Leben und reden von Natur aus mit einer krassen Lautstärke. Aber Pub’s haben noch was zu bieten. ESSEN.

Da komm ich auch zu dem Pub wo wir uns einen “Snack” gegönnt haben. Das Albert in Westminster. Ich hab dieses süße, alte Haus mit den Blumenkörben zwischen den ganzen Hochhäusern gesehen und mich verliebt. Natürlich mussten wir dann auch da rein. Auf den Teller gab es Fish&Chips. Ganz typisch. Bekommt man wohl in jedem Pub. Und die Portion war ultra groß. Das einzige was ich bemängelt habe, dass Engländer wohl nicht so den Sinn von Salz und Pfeffer verstanden haben. Zum Glück gab es eine echt leckere Soße/Dip dazu.

Im Albert’s bin ich dann auf ein Getränk gestoßen, dass ich vorher noch nicht kannte. Rekorderlin. Super lecker. Hat 4% Alkohol, aber da merkt man nicht wirklich was von. Dabei handelt es sich um einen Cider. Ein Apfelwein mit Sprudel. Meine Sorte hatte noch Passionsfrucht mit drin. Ein Gaumenschmaus sag ich euch.

Soft Service Society – Unit 35

Das Beste kommt zum Schluss! Dessert. Mir liefen 3 Leute mit einem sonderbaren Eis entgegen und ich wollte auch. Eigentlich ist es keine hohe Kunst, da es sich nur um Softeis handelt. Aber das Auge isst halt mit und meins ganz besonders.

Bei Soft Service Society – Unit 35   könnt ihr zwischen Sundaes, Shakes und Eigenkreationen wählen. Ich habe mir einen ganz einfachen mit Oreo und Erdbeer-Crunch zusammengestellt. Max hat wieder mal mehr experimentiert und ein Macha Madness genommen. Die Karte häng ich euch an.

Shopping

Jetzt kommen wir aber zur Shopping-Tour. Darauf habe ich mich ja so doll gefreut. Aber leider war der erste Tag ernüchternd. Der Grund: Ich war zu geizig um mir was zu gönnen. An Tag zwei ist der Knoten dann geplatzt. *FREUDE*

Wo ihr shoppen gehen könnt:

Fahrt zum Oxford Circus und versinkt Stunden lang in Läden. Um diese underground Station könnt ihr euch “tooot” shoppen. Alles was ihr braucht auf einem Fleck.

Klar ist Oxford Circus relativ Mainstream. Aber Topshop etc. hat definitiv ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als irgendein Second-Hand-Laden in Shoreditch.

Zurück zur Oxford Street: Ich muss sagen, auch wenn ich gerne shoppen gehe, war mir das fast zu viel. Einige Läden sind so groß, wie ein Einkaufszentrum bei uns. Schon fast krank (da graust es mir vor Amerika). Die Straßen sind voll, voll,voll! Wer das nicht erträgt sollte sich bloß nicht dort hin verlaufen.

Der nächste gute Ort zum austoben ist das Westfield in Shepherd’s Bush. Das ist für alle die lieber ein Fan von riesen Malls sind. Da wird man definitiv auch fündig. Der Vorteil, wenn es regnet (was bekanntlich oft in London passiert), hat man ein Dach übern Kopf und kann seine Kreditkarte trotzdem zum Brennen bringen.

Wem es in solch großen Malls nicht gefällt, der sollte nach Shoreditch. Dort gibt es viele kleinere Läden in denen man stöbern kann. Ist manchmal auch viel persönlicher und nicht so eine Massenabfertigung. Die großen Ketten wie H&M oder Zara wirst du dort nicht finden. Dafür gehst du mit Teilen aus dem Laden, die nicht jeder hat und dadurch besonders erscheinen.

Letzter Tipp! Wer lieber auf Märkte steht, sollte nach Notting Hill fahren. Dort gibt es den Portobello Road Market. Eine Straße voller Stände mit Kleinigkeiten. Hier findet ihr alles was ein Markt zu bieten haben muss. Hier die Öffnungszeiten ohne Gewähr:

  • Montag – Mittwoch: 09:00 – 18:00
  • Donnerstag: 09:00 – 13:00
  • Freitag: 09:00 – 19:00
  • Samstag: 09:00 – 19:00

Eine Sache muss ich noch los werden. Ein langes Wochenende reicht definitiv nicht für das gesamte Shoppingerlebnis.

Abschließend wollte ich euch erzählen, wo ihr Lebensmittel und Drogerieprodukte findet. Da ist zum Beispiel Tesco, nichts besonderes, aber ihr bekommt da das Nötigste. Vergleichbar mit Rewe City bei uns.

Dann gibt es noch Boots. So ähnlich wie Rossmann, nur zig mal größer. Da bekommt man echt jeden Kram. Meine Speicherkarte war leider voll, aber bei Boots hab ich eine bekommen. Toll! Ansonsten gibt es natürlich auch Duschgel, Parfum und das ganze typische Zeug.

Ein MUSS für jedermann

Also wenn ihr schon nach London fliegt, dann müsst ihr euch wenigstens einige der Klassiker angucken. Ich hab die Besichtigungstour am Samstag gemacht.

Ab in den Bus Richtung Tower Bridge. Sie ist wohl eine der bekanntesten Brücken Londons. Pompös und Mächtig. Ich durfte sogar miterleben, wie die Fahrbahn aufgeklappt wurde, damit ein Schiff durchfahren konnte.

Next Stop London Eye. Von der Tower Bridge bin ich die Themse entlanggelaufen, an all den unzähligen Brücken entlang. Und da stand es nun. Das Riesenrad. Es wird London Eye genannt. Die Gondeln die an ihr Hängen sind aus Glas und hinein passen jeweils ca. 30 Personen. Von dort oben, hat man die coolste Sicht.

Weiter geht es zum Big Ben. Wer kennt ihn nicht. Überall tummeln sich Leute und machen ihre Selfies, um zu zeigen, dass sie am Big Ben waren. Ich muss sagen ich war sehr beeindruckt. Eigentlich ist Big Ben der Name der größten Glocke im Turm, aber heimlich wird der Turm ach so genannt, obwohl es eigentlich nicht korrekt ist. Der Sound von der Glocke wird übrigens auch als “Voice of Britain” bezeichnet.

Mein letzter Stopp war dann der Buckingham Palast. Muss man mal gesehen haben, aber so beeindruckt war ich nun doch nicht. Ich wollt ja so gern die roten Männchen sehen. Leider war keiner vor dem Tor, sondern nur weit hinterm Tor. Pech gehabt. Jetzt konnte ich leider keinen von denen “nerven”, so wie man es immer im TV sieht.

Für die gesamte Stecke brauchte ich übrigens zu Fuß 2 Stunden. Klar habe ich hier und da mal für ein Foto angehalten. Aber es war wirklich schön. War die richtige Entscheidung zu spazieren und doch nicht den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Streetart

Kunst, Kunst, Kunst! Das ist ein gutes Stichwort für die Wände in Shoreditch. Soviele coole, schöne und kunstvollen Graffitis oder andere Wandkünste auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Hier ein winziger Einblick für euch!

Fazit

London oh London! Du große, verwirrende, volle, junge, multikulturelle, schöne Stadt. All die Menschen die in dir rumlaufen, sind auf ihre Art toll. Die Einfachen, die Stylischen, die Verrückten und all die Anderen.

Mal abgesehen von dem traurigen Vorfall hast du mir gefallen. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen mein Leben bei dir zu verbringen, aber ich komme dich gerne nochmal besuchen. Auch wenn du wirklich, wirklich sooo teuer bist. Noch nie musste ich für Essen und Trinken solche Beträge hinblättern, aber wenn es nicht jeden Tag vorkommt, ist es nicht so dramatisch.

Deine Bevölkerung kann sowohl nett als auch wirklich schrecklich sein. Das gehört zu einer Stadt wie dir einfach dazu. Da war dieser nette Freund und Helfer, der uns schnell weiter geholfen hat. Wiederum war dort dieser Bahnangestellte, der widerlich unfreundlich war und uns nicht mal eines Blickes gewürdigte.

An der Klimaanlage in deinen Bahnen musst du noch mal feilen. Kaum stand ich in einer deiner Bahnen, fing das große Schwitzen an. Und das Fenster am Ende der Wagons, dass immer geöffnet ist, bringt nicht gerade die kühle Brise, die man sich erhofft. Auch der Empfang ist in der Underground gleich NULL! Telefonieren oder surfen ist da nicht drin. Das geht doch komfortabler?!

Da bist du mit deinen Bussen schon besser ausgestattet. Deine Busse liebe ich. Sie sehen nicht nur toll aus. Nein, man hat die beste Sicht, wenn man oben ganz vorne seine Fahrt verbringt. Fast wie eine Stadtrundfahrt. Zwar habe ich online keine Buspläne gefunden, aber Google Maps war mein liebster Freund. Der hat mir immer tolle Routen angezeigt, wie ich der Bahn entkommen kann. Die Busfahrer die du ausgebildet hast, verdienen den größten Respekt. Wie sie dieses Monster durch die kleinen Straßen bekommen, bleibt mir immer wieder ein Rätsel.

Woran du gedacht hast, was ich spitze finde, sind die Beschriftungen auf den Straßen. Du hättest meine Verwirrung sehen müssen. “Zur welchen Seite muss ich nochmal gucken? Von wo kommt jetzt das Auto?” Linksverkehr ist nicht gerade mein Freund gewesen. Ab und an hätte mich fast ein Auto oder noch schlimmer ein Bus erwischt. Aber dank dir, musste ich nur nach unten gucken. “Look to the left. Look to the right.” Das vereinfacht einem dann doch das Leben.

Die meiste Zeit hast du dich von deiner tollsten Seite gezeigt und die Sonne bestellt. Aber ab und an wolltest du wohl zeigen, dass du auch anders kannst. Und wenn es dann mal geregnet hat, dann aus allen Eimern. Zwar nie lange, aber schön ist dann doch was anderes.

Aber hey! Ich will den Beitrag jetzt nicht mit einem negativem Satz enden lassen. Daher: London, oh du tolles London!

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