Geburt

So viel hat meine Hausgeburt in Spanien gekostet

Ich hab gerade meine Tochter hier in Spanien ins Bett gebracht und dabei noch mal an ihre Geburt gedacht – und daran, wie oft ich gefragt werde, was das eigentlich kostet, ein Kind hier zu bekommen. Ehrlich gesagt hatte ich vorher auch keine Ahnung. Deswegen möchte ich euch heute ganz offen zeigen, was ich für meine Hausgeburt in der Provinz Barcelona wirklich ausgegeben habe.

Die Blutabnahmen und Vorsorgeuntersuchungen

Fangen wir mit den Blutabnahmen an:

  • 2× Schwangerschaftstest (Blutabnahme): 26,50 €
    1. großes Blutbild (inkl. Geschlechtsbestimmung und Trisomie-Screening): 1.111,40 €
    1. großes Blutbild: 161,20 €
    1. Blutbild: 118,80 €

Zwischensumme Blutabnahmen: 1.417,90 €

Dazu kommen die Termine bei meiner Frauenärztin für Ultraschall und Vorsorge.

Zwischensumme Frauenärztin: 1.540 €

Die Kosten für meine Hebamme

Ich hatte eine Hausgeburt und im Vorfeld vier Gespräche mit meiner Hebamme. Ab der Schwangerschaftswoche 36,5 durften wir die Hausgeburt überhaupt erst machen – und ab diesem Zeitpunkt war sie Tag und Nacht für mich auf Abruf. Davor war sie zwar auch immer erreichbar, aber nicht im Standby.

Der ganz allgemeine Rhythmus, den Hebammen in Spanien normalerweise anbieten, sieht so aus: einmal im Monat bis zur 37. Woche, danach alle zwei Wochen, und ab der 41. Woche alle 48 Stunden. Das ist aber auch variabel und hängt vom Schwangerschaftsverlauf ab – dafür gibt es keinen festen Plan.

Bei mir persönlich lief es etwas anders, weil ich meine Hebamme erst relativ spät kontaktiert bzw. gefunden habe: Ich hatte vier Vorsorgetermine, jeweils einmal pro Woche, vier Wochen hintereinander. Danach kam sie alle zwei Wochen, weil ich schon relativ weit fortgeschritten war. In den letzten Wochen vor der Geburt war sie dann noch mal jede Woche einmal da.

Während der Geburt kam noch eine zweite Hebamme dazu. Im Nachhinein hatte ich je nach Bedarf noch vier bis sechs Nachsorgetermine.

In diesem Preis inklusive: die vier Vorgespräche, die Geburt selbst und die Nachsorge – insgesamt 3.500 €.

Das habe ich insgesamt bezahlt

Posten Kosten
Blutabnahmen 1.417,90 €
Frauenärztin 1.540 €
Hebamme 3.500 €
Gesamt 6.457,90 €

Was es im Krankenhaus gekostet hätte

In Spanien gibt es dazu noch andere Optionen:

  • Öffentliches Krankenhaus: komplett kostenlos – aber nur, wenn man in Spanien gemeldet ist, eine NIE hat und gesetzlich krankenversichert ist. Für mich als Privatpatientin also von vornherein keine Option.
  • Privates Krankenhaus: je nach Klinik und Package. Für eine normale Geburt liegt man bei ca. 5.000–8.000 € plus rund zwei Nächte Aufenthalt. Bei einem Kaiserschnitt sind es eher 6.000–10.000 € mit ca. drei Nächten. Dazu wären noch einmal 1.800 € für meine eigene Frauenärztin gekommen, die dann mit ins Krankenhaus gekommen wäre.
  • Geburtshaus: gibt es auch, ist aber nur öffentlich – auch hier hätte ich als Privatpatientin nicht hingekonnt.

Zum Glück ist nichts davon eingetreten, weil meine Hausgeburt super verlaufen ist und ich nicht ins Krankenhaus musste. Trotzdem an dieser Stelle ein wichtiger Reminder für euch: Ich hatte eine private Krankenversicherung mit Schwangerschaftsabsicherung abgeschlossen – die greift aber erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Ich wurde schon vor Ablauf dieser sechs Monate schwanger, weshalb die Versicherung für diese Schwangerschaft gar nicht erst eingesprungen ist und ich alle Kosten selbst tragen musste. Kümmert euch also wirklich frühzeitig um eine Versicherung mit Schwangerschaftsabsicherung, am besten schon, bevor eine Schwangerschaft überhaupt geplant ist – sonst kann euch genau das passieren, was mir passiert ist.

Übrigens hat meine Schwägerin ihr Kind in Marbella bekommen – dort hat sie bei einem anderen Hebammenteam 4.000 € für ihre Hausgeburt bezahlt, plus noch mal rund 500 € für eine Doula, die während der Geburt dabei war. Ob und wie sich Ablauf und Kosten sonst noch unterscheiden, schaue ich mir die Tage genauer an und ergänze das hier.

Und was das in Deutschland gekostet hätte

Zum Vergleich hab ich mal nachgeschaut: In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung bei einer Hausgeburt durch eine freiberufliche Hebamme grundsätzlich die Kosten – inklusive Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme und Geburtsvorbereitungskurs (bis zu 14 Stunden). Der größte Posten ist die Hebammen-Rufbereitschaft, die insgesamt 700–1.400 € kosten kann, wovon die Kasse aber meist nur einen Teil übernimmt (ca. 200–500 €, je nach Kasse). Sprich: Der Eigenanteil liegt in Deutschland meist bei ein paar hundert Euro – während ich in Spanien als Privatpatientin die vollen 3.500 € für die Hebamme selbst tragen musste.

Meine Hebammen- und Doula-Empfehlung

Ich kann meine beiden Hebammen wirklich nur empfehlen:

  • Cristina@cristina_matrona_ – meine Hauptbetreuung während der ganzen Schwangerschaft
  • Marta@martagarcia.matrona – eigentlich die Assistentin, aber während der Geburt selbst genauso meine Hebamme

Hausgeburts-Hebammen in der Provinz Barcelona findet ihr übrigens auch über llevadorespartacasa.org.

Und meine Doula, bei der ich auch den Geburtsvorbereitungskurs gemacht habe:

  • Victoria González (NiuMa Maternity Support) – Psicóloga perinatal (Nº Col: 28904) und Doula in Barcelona – niuma.es / doulabarcelona.com – Tel. +34 687 986 913

Meinen Geburtsvorbereitungskurs habe ich bei meiner Doula gemacht (privat: 110 €).

Wie es sich angefühlt hat

Das war das Beste, was ich jemals machen konnte. Eine Hausgeburt war schon immer mein großer Traum, und ich bin so dankbar, dass ich das erleben durfte.

Ich bin komplett gegen Geburten im Krankenhaus, solange es keine Komplikationen gibt und es Mutter und Kind gut geht – ich vertraue einer Hebamme einfach mehr als einem Ärzteteam. Eine Hausgeburt bedeutet für mich eine selbstbestimmte, freie Geburt: ohne Stress, ganz nach den eigenen Vorstellungen.

Trotzdem: Wäre es zu Komplikationen gekommen und meine Hebamme hätte gesagt, wir müssen ins Krankenhaus, wäre ich ohne zu zögern mitgegangen. So sehr ich mir die Hausgeburt gewünscht habe – die oberste Priorität ist und bleibt, dass es dem Baby gut geht. Da darf man niemals etwas riskieren.

Es war natürlich sehr schmerzhaft – keine Schmerzmittel, keine PDA. Aber ich bin zu tausend Prozent davon überzeugt, dass jede Frau das schaffen kann, wenn sie das richtige Mindset hat und es wirklich will. Unser Körper ist dafür gemacht, diese Schmerzen auszuhalten. Man muss es nur wollen.

Sollte ich noch einmal schwanger werden, mache ich wieder eine Hausgeburt. Und ich kann es jeder Frau, die die Möglichkeit hat, nur ans Herz legen.

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