Yasmin

Moin, ich bin Yasmin

Gebürtige Hamburgerin, Jahrgang 1989, Mama, Ehefrau, Hundemama, kreative Chaotin, ehemalige Gastronomin, Fotografin, Eventmanagerin – und definitiv ein Mensch, der sich ziemlich oft denkt:Warum eigentlich nicht?

Ich lebe gemeinsam mit meinem Mann Jakob, unserer Tochter Namani Soleil und unserer Zwergpudeldame Nala ein Leben, das selten besonders lange nach Plan läuft. Und mittlerweile glaube ich, dass genau das unser Plan ist.

Von Hamburg in die Welt

Hamburg war viele Jahre mein Zuhause. Dort bin ich geboren und aufgewachsen, dort habe ich studiert, gearbeitet, mich selbstständig gemacht und irgendwann sogar mein eigenes Café eröffnet. Trotzdem gab es da schon lange dieses Gefühl, dass da draußen noch mehr auf uns wartet.

2024 haben Jakob und ich schließlich das gemacht, wovon wir schon lange gesprochen hatten: Wir haben Deutschland verlassen und sind nach Spanien ausgewandert. Unsere erste Station war Barcelona, später zog es uns weiter nach Málaga.

Spanien war für uns allerdings nie unbedingt als endgültiges Ziel gedacht. Ich nenne es gerne unser„Auswandern light“. Wir wollten erst einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, nicht mehr in Deutschland zu leben – und ziemlich schnell haben wir gemerkt: ziemlich gut.

Wir reisen beide unglaublich gerne und haben uns vorgenommen, in den nächsten Jahren noch viel von der Welt zu sehen. Vielleicht finden wir dabei irgendwann diesen einen Ort, an dem wir sagen: Hier möchten wir wirklich bleiben. Vielleicht aber auch nicht.

Nach einer längeren Reise, auf der wir fast ein halbes Jahr in Thailand verbracht haben, haben wir jedenfalls die nächste Entscheidung getroffen: Wir verlassen Málaga und ziehen nach Phuket. Erst einmal für ein Jahr. Der Mietvertrag ist unterschrieben und danach schauen wir weiter.

Ob wir länger bleiben, in ein anderes Land ziehen oder irgendwann doch wieder ganz andere Pläne haben? Keine Ahnung. Das klingt für manche vielleicht verrückt. Für uns fühlt es sich inzwischen ziemlich normal an.

Jakob und ich sind beide sehr spontane Menschen. Wenn wir eine Idee haben, die uns begeistert, und Feuer und Flamme sind, dann fällt es uns schwer, jahrelang darüber nachzudenken. Dann wollen wir loslegen. Am besten gestern.

Und genau das hat unser Leben bisher ziemlich spannend gemacht.

Tinder, Lockdown und ziemlich schnell ziemlich ernst

Apropos Jakob: Unsere Geschichte ist übrigens eine kleine Tinder-Erfolgsgeschichte.

Ich war damals gerade einmal ungefähr eineinhalb Wochen bei Tinder angemeldet. In genau dieser kurzen Zeit habe ich Jakob gematcht – und mich danach auch schon wieder abgemeldet. Mehr Tinder brauchte es für mich offenbar nicht.

Kennengelernt haben wir uns kurz vor der Corona-Zeit. Und eigentlich ging danach alles ziemlich schnell.

Als klar wurde, dass ein Lockdown bevorstand, standen wir plötzlich vor der Entscheidung: Entweder sehen wir uns für längere Zeit nur über FaceTime und telefonieren miteinander – oder wir machen es einfach ganz anders.

Also habe ich kurzerhand meine Koffer gepackt und bin zu Jakob gezogen.

Nicht, weil wir uns schon ewig kannten. Sondern gerade deshalb: Wenn wir uns sowieso nicht normal treffen konnten, dann konnten wir die Zeit auch gemeinsam verbringen und uns dabei richtig kennenlernen.

Und genau das haben wir gemacht.

Eigentlich haben wir uns seit unserem ersten Date nie wieder wirklich getrennt.

Aus einem Tinder-Match wurden Wochen im Lockdown, aus dem Kennenlernen wurde ein gemeinsames Leben, später unsere kleine Familie – und 2025 schließlich unsere Hochzeit.

Heute sind wir verheiratet, haben eine Tochter, einen Hund und leben dort, wo wir uns gerade wohlfühlen.

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass aus eineinhalb Wochen Tinder einmal genau dieses Leben entstehen würde, hätte ich das wahrscheinlich selbst nicht geglaubt.

Aber irgendwie passt es perfekt zu uns: eine Idee, ein Gefühl – und dann einfach machen.

Und dann war da noch unser Segelboot

Bevor wir meinen Traum vom eigenen Café verwirklicht haben, war erst einmal Jakob dran.

Sein großer Traum war ein eigenes Segelboot.

Also haben wir uns tatsächlich eins gekauft – knapp elf Meter lang – und wie das bei uns so ist, blieb es natürlich nicht einfach bei: Wir kaufen ein Boot und segeln damit ein bisschen.

Nein.

Wir haben das Ding einmal komplett auf links gedreht.

Innen war ursprünglich viel dunkles Holz, also wurde geschliffen, lackiert, erneuert und umgebaut. Innen wie außen haben wir unglaublich viel verändert. Dazu kamen neue Elektronik und unzählige technische Spielereien, die Jakob eingebaut hat.

Gefühlt hat er das Boot ausgestattet, als würden wir damit demnächst einmal um die Welt segeln.

In Wahrheit waren wir hauptsächlich auf der Elbe unterwegs und ein bisschen auf der Ostsee.

Aber genau das war irgendwie typisch für uns.

Wenn wir etwas machen, dann gerne richtig.

Als ich später mein Café eröffnet habe, mussten wir das Boot allerdings wieder verkaufen. Für Laden, Boot und normales Leben gleichzeitig blieb einfach keine Zeit mehr – und zum Segeln kamen wir sowieso kaum noch.

Trotzdem war auch dieses Projekt wieder so ein Kapitel, bei dem ich heute denke: Wie gut, dass wir es gemacht haben.

Wir hatten den Traum, wir haben ihn umgesetzt, wir haben unglaublich viel gelernt – und irgendwann war es eben Zeit für den nächsten.

Unser größtes Wunder

So leicht und spontan sich manche Entscheidungen in unserem Leben anfühlen, so schwer war ein ganz anderer Weg für uns: der Weg zu unserer Tochter.

Wir hatten einen langen Kinderwunsch und mussten auf diesem Weg auch einen Verlust verkraften. Danach wurde ich lange Zeit nicht wieder schwanger und irgendwann wurde aus Hoffnung immer häufiger Enttäuschung. Mir ging es damit zeitweise wirklich nicht gut.

In genau dieser Zeit kam Nala zu uns. Unsere kleine Zwergpudeldame ist mittlerweile fünf Jahre alt und sie war vom ersten Moment an so viel mehr als einfach nur ein Hund.

Sie war unser erstes Baby.

Sie brachte Liebe, Wärme, Nähe und Ablenkung in unser Leben – genau zu einem Zeitpunkt, an dem wir das unglaublich gebraucht haben. Bis heute sage ich: Nala war eine der besten Entscheidungen, die wir je getroffen haben.

Unser Kinderwunsch blieb trotzdem. Irgendwann führte uns unser Weg zu einem Spezialisten nach Istanbul und wir entschieden uns dort für eine künstliche Befruchtung.

Und manchmal schreibt das Leben tatsächlich diese ganz besonderen Geschichten: Wir hatten gleich beim ersten Versuch riesiges Glück.

Heute ist unsere Tochter Namani Soleil bei uns.

Unser kleines Wunder.

Der Weg zu ihr war nicht leicht. Vielleicht fühlt sich das Leben mit ihr auch genau deshalb noch einmal ein kleines bisschen besonderer an.

Selbstbestimmt Mama sein

Seit ich Mama bin, beschäftige ich mich noch einmal viel intensiver mit der Frage, wie wir eigentlich leben möchten – und vor allem auch damit, welche Werte wir unserer Tochter mitgeben wollen.

Selbstbestimmung spielt dabei für mich eine ziemlich große Rolle. Auch die Geburt von Namani war deshalb eine ganz bewusste Entscheidung. Sie kam bei einer Hausgeburt zur Welt – zu Hause, im Pool und begleitet von zwei Hebammen.

Nach allem, was wir auf unserem Kinderwunschweg erlebt hatten, war es mir besonders wichtig, die Geburt möglichst ruhig und selbstbestimmt zu erleben.

Dieses Bedürfnis nach Selbstbestimmung zieht sich eigentlich durch viele Bereiche meines Lebens. Ich möchte Dinge verstehen. Ich möchte Entscheidungen nicht einfach treffen, weil „man das eben so macht“.

Und ich möchte mir möglichst oft die Frage stellen:Passt das wirklich zu mir und zu unserem Leben?

Ich hinterfrage gerne

Ich bin generell ein Mensch, der ziemlich viel hinterfragt. Manche würden mich wahrscheinlich mit einem Augenzwinkern als „Verschwörungstheoretikerin“ bezeichnen – und ehrlich gesagt kann ich damit ziemlich gut leben.

Ich liebe es, mich mit ungewöhnlichen Theorien, offenen Fragen und Dingen zu beschäftigen, die nicht unbedingt dem entsprechen, was allgemein als selbstverständlich gilt. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich automatisch alles glaube, was irgendwo behauptet wird. Ganz im Gegenteil.

Ich finde es spannend, mir unterschiedliche Sichtweisen anzuschauen, Fragen zu stellen und mir mein eigenes Bild zu machen. Es gibt unglaublich viele Dinge auf dieser Welt, bei denen ich mich frage: Was steckt wirklich dahinter? Welche Informationen fehlen uns vielleicht? Was ist wahr? Und wie viel von dem, was wir für vollkommen sicher halten, ist tatsächlich so eindeutig?

Ich weiß, dass ich viele dieser Fragen wahrscheinlich niemals vollständig beantwortet bekommen werde. Aber das hält mich nicht davon ab, neugierig zu bleiben.

Ich glaube nicht automatisch alles, was abseits des Mainstreams erzählt wird. Aber ich glaube eben auch nicht automatisch alles, nur weil es Mainstream ist.

Vom Fast Food zur Dinkeldörte

Auch beim Thema Ernährung hat sich meine Sicht über die Jahre komplett verändert. Früher habe ich mir darüber ehrlich gesagt kaum Gedanken gemacht. McDonald's, KFC, Alkohol, Zucker – alles dabei.

Heute sieht das ziemlich anders aus.

Je älter ich geworden bin, desto mehr habe ich angefangen, mich mit Lebensmitteln, Zutaten und Qualität zu beschäftigen. Mittlerweile achte ich sehr darauf, was bei uns zu Hause auf den Tisch kommt.

Ich kaufe gerne Bio, versuche hochverarbeitete Lebensmittel so gut wie möglich zu vermeiden und koche fast alles frisch selbst.

Und ja: Ausgerechnet ich bin mittlerweile zur kleinen Dinkeldörte geworden.

Früher habe ich mich noch liebevoll über meine Patentante lustig gemacht, weil sie ständig im Reformhaus einkaufen war. Heute könnte ich wahrscheinlich mit ihr gemeinsam durch die Regale ziehen.

Ich versuche raffinierten Zucker so weit wie möglich zu vermeiden und verwende stattdessen eher Xylit, also Birkenzucker. Beim Backen greife ich außerdem lieber zu Vollkorn-Dinkel als zu klassischem Weizenmehl und finde es inzwischen einfach schön zu wissen, was tatsächlich in unserem Essen steckt.

Seit ich Mama bin, ist mir das noch wichtiger geworden. Für Namani koche ich frisch und selbst. Klassische Babygläschen aus dem Supermarkt gab es bei uns bisher nicht.

Wir haben viel mit Baby-led Weaning gearbeitet und ihr von Anfang an unterschiedliche Lebensmittel, Geschmäcker und Texturen angeboten. Mir ist wichtig, dass sie Essen wirklich kennenlernen darf – dass sie einzelne Lebensmittel schmeckt, fühlt, ausprobiert und selbst entscheidet.

Und wenn sie etwas einmal nicht essen möchte, bedeutet das für mich noch lange nicht, dass sie es grundsätzlich nicht mag. Ich biete ihr Dinge immer wieder an – manchmal zehnmal oder noch häufiger.

Denn vielleicht mochte sie es tatsächlich nicht. Vielleicht hatte sie aber an diesem Tag auch einfach mehr Lust, damit zu spielen.

Ich möchte, dass Essen für sie etwas Natürliches, Vielfältiges und Schönes bleibt.

Gesundheit bedeutet für mich mehr als Symptome behandeln

Auch beim Thema Gesundheit versuche ich, Dinge möglichst ganzheitlich zu betrachten. Ich interessiere mich sehr für Naturheilkunde und habe grundsätzlich den Wunsch, bei Beschwerden nach der Ursache zu suchen.

Was steckt dahinter? Woher kommt ein Problem? Und was kann man verändern, damit es langfristig besser wird?

Ich bin deshalb eher der Mensch, der zuerst nach Ursachen und Zusammenhängen sucht, anstatt nur Symptome möglichst schnell zum Schweigen zu bringen.

Das heißt für mich aber nicht, dass ich grundsätzlich gegen Ärzte oder Medikamente bin. Natürlich gibt es Situationen, in denen medizinische Behandlung wichtig und notwendig ist – und ich bin froh, dass es diese Möglichkeiten gibt.

Für mich geht es vielmehr um Balance. Nicht jedes Problem braucht sofort eine Tablette. Aber genauso wenig lässt sich jedes Problem mit einem Tee und ein bisschen frischer Luft lösen.

Ich möchte verstehen, abwägen und dann für mich die Entscheidung treffen, die sich richtig anfühlt.

Warum wir weiterziehen

Unser Wunsch auszuwandern hat ebenfalls viel mit unserer Vorstellung von Freiheit und Selbstbestimmung zu tun.

Jakob und ich möchten unserer Tochter – und vielleicht irgendwann noch weiteren Kindern – ein möglichst freies Leben ermöglichen. Wir wünschen uns, dass sie unterschiedliche Kulturen kennenlernt, die Welt sieht und nicht mit dem Gefühl aufwächst, dass es nur einen einzigen richtigen Lebensweg gibt.

Wir möchten ihr zeigen, dass man sein Leben verändern darf. Dass man neu anfangen darf. Dass man gehen darf, wenn ein Ort nicht mehr zu einem passt. Und dass man seine eigenen Entscheidungen treffen darf.

Unser Wunsch, Europa irgendwann zu verlassen, hat dabei auch mit unserer persönlichen Sicht auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu tun. Wir fühlen uns mit vielen politischen Entscheidungen und Entwicklungen innerhalb Europas nicht besonders verbunden und hatten deshalb schon länger den Wunsch, auch andere Teile der Welt als möglichen Lebensmittelpunkt kennenzulernen.

Natürlich wissen wir auch: Den perfekten Ort wird es wahrscheinlich nicht geben. Nicht in Deutschland. Nicht in Spanien. Nicht in Thailand. Und vermutlich nirgendwo sonst.

Aber darum geht es uns auch nicht.

Wir möchten die Freiheit haben, verschiedene Orte auszuprobieren und immer wieder neu zu entscheiden:Passt dieses Leben noch zu uns?

Und wenn die Antwort irgendwann Nein lautet, dann ziehen wir eben weiter.

Beruflich konnte ich irgendwie nie nur eine Sache machen

Wenn ich meinen bisherigen beruflichen Weg beschreiben müsste, wäre „geradlinig“ vermutlich eines der letzten Wörter, das mir dazu einfallen würde.

Nach meinem Abitur habe ich in Hamburg etwas in Richtung Medienwissenschaften studiert. Wenn ich heute noch einmal vor dieser Entscheidung stehen würde, würde ich wahrscheinlich nicht wieder studieren.

Nicht, weil ich Bildung unwichtig finde. Sondern weil ich irgendwann festgestellt habe, dass ich persönlich am meisten lerne, wenn ich Dinge einfach mache.

Und genau damit habe ich schon während meines Studiums angefangen.

Ich machte mich als Eventmanagerin selbstständig. Später kam Social Media Management dazu. Irgendwann brachte ich mir das Fotografieren bei und konnte meinen Kundinnen und Kunden dadurch ein ziemlich praktisches Gesamtpaket anbieten: Ich plante Events, produzierte den Content dafür, fotografierte und betreute anschließend die Social-Media-Kanäle.

Parallel arbeitete ich als Freelancerin für größere Agenturen und durfte an ganz unterschiedlichen Projekten und Veranstaltungen mitwirken – unter anderem für große Unternehmen, Marken und Events.

Eine Zeit lang war ich außerdem bei Team Sauerland angestellt, damals einer der größten Boxpromoter Europas. Dort war ich im Eventmanagement tätig und arbeitete unter anderem an Projekten rund um die World Boxing Super Series mit – vereinfacht gesagt so etwas wie die Champions League des Boxsports.

Boxen, Social Media, Fotografie, Events – klingt nach einer wilden Mischung?

War es auch.

Und genau das mochte ich daran.

Gastro war irgendwie schon immer ein Teil von mir

Vielleicht war aber schon ziemlich früh klar, dass ich irgendwann in der Gastronomie landen würde.

Mein Vater hatte, seit ich denken kann, ein Restaurant. Als Kind half ich dort mit – am Anfang in der Küche, später im Service und irgendwann leitete ich den Service selbst.

Die Gastro hat sich eigentlich durch mein ganzes Leben gezogen. Auch nachdem mein Vater das Restaurant nicht mehr hatte, arbeitete ich immer wieder bei Veranstaltungen hinter der Bar und durfte dadurch bei vielen großen Events dabei sein.

Gäste bewirten, Menschen zusammenbringen, Essen, Getränke, Atmosphäre – all das hat mir schon immer Spaß gemacht.

Und irgendwo in meinem Kopf gab es deshalb jahrelang diesen einen Traum:

Irgendwann möchte ich mein eigenes Café haben.

„ALLES WAFFEL! Oder was?“

2023 war es dann so weit. Gemeinsam mit Jakob erfüllte ich mir meinen Traum und eröffnete in Hamburg mein eigenes Café: „ALLES WAFFEL! Oder was?“

Ein Konzept rund um herzhafte Waffeln, Frühstück und Brunch.

Und obwohl dieser Abschnitt meines Lebens viel kürzer war, als ich damals gedacht hatte, gehört er bis heute zu den Erfahrungen, auf die ich besonders stolz bin. Mit meinem Konzept schaffte ich es 2024 sogar unter die Top Five des Deutschen Gastro-Gründerpreises.

Trotzdem entschied ich mich nach nicht einmal einem Jahr dazu, das Café wieder aufzugeben.

Diese Entscheidung hat damals richtig wehgetan. Ich hatte unglaublich viel Herz, Zeit und Energie in diesen Laden gesteckt. Gleichzeitig hatte ich mich aber auch ziemlich kaputtgearbeitet.

Ich habe unglaublich viel gearbeitet und wahrscheinlich hätte es noch ein oder zwei Jahre gedauert, bis der Laden wirklich so profitabel gewesen wäre, wie ich es mir gewünscht hätte.

Irgendwann musste ich mich fragen: Was möchte ich eigentlich wirklich? Diesen einen Laden um jeden Preis festhalten? Oder unserem großen Traum folgen und Deutschland verlassen?

Wir entschieden uns für Letzteres.

Heute kann ich sagen, dass das eine der besten Entscheidungen meines Lebens war. Nicht, weil ich meinen Traum vom Café bereue. Ganz im Gegenteil.

Ich bin unglaublich froh, dass ich ihn mir erfüllt habe.

Denn ich möchte nicht irgendwann zurückblicken und ständig denken: Hätte ich bloß.

Lieber möchte ich sagen können: Ich habe es gemacht.

Manchmal funktioniert etwas für immer. Manchmal nur für ein paar Monate. Beides kann trotzdem genau richtig gewesen sein.

Und heute?

Heute sieht mein Leben schon wieder komplett anders aus.

Ich bin Mama, ich reise viel, ich filme unser Leben und schneide unglaublich gerne meine YouTube-Videos. Ich liebe es, kreativ zu sein, zu fotografieren, zu kochen und zu backen.

Und wenn Freunde oder Familie zu Besuch sind, gehöre ich definitiv nicht zu den Menschen, die einfach sagen können: „Ich stell ein bisschen Brot und Käse hin.“

Nein.

Dann wird geplant, gekocht, gebacken und dekoriert – und am Ende steht wahrscheinlich viel zu viel Essen auf dem Tisch.

Ein schöner Brunch, ein langes Dinner, gutes Essen und Menschen, die gemeinsam am Tisch sitzen – damit kann man mich ziemlich glücklich machen.

Was ich beruflich in fünf Jahren mache? Keine Ahnung.

In welchem Land wir dann leben? Ebenfalls keine Ahnung.

Vielleicht Thailand. Vielleicht irgendwo anders. Vielleicht finden wir irgendwann den Ort, an dem wir wirklich lange bleiben möchten. Und vielleicht stellen wir irgendwann fest, dass genau dieses Weiterziehen unser Zuhause geworden ist.

Erstaunlicherweise fühlt sich diese Ungewissheit für mich inzwischen ziemlich gut an.

Worum es hier gehen wird

Dieser Blog soll kein Hochglanz-Tagebuch über ein perfektes Leben werden. Denn perfekt ist hier definitiv nichts.

Ich möchte hier über unser echtes Leben schreiben: über Auswandern und Reisen, über Familie und Mama-Sein, über Kinderwunsch und Neuanfänge, über Ernährung, Kochen und Dinge, die ich im Alltag ausprobiere. Über schöne Orte, Entscheidungen, die vielleicht nicht jeder nachvollziehen kann, und über Gedanken, Fragen und Themen, bei denen ich selbst noch keine endgültige Antwort habe.

Und wahrscheinlich auch über ziemlich viele Dinge, die mir heute noch gar nicht eingefallen sind.

Denn wenn mich mein bisheriges Leben eines gelehrt hat, dann das:

Wir können unglaublich lange darüber nachdenken, was alles schiefgehen könnte.

Oder wir können irgendwann anfangen.

Wir dürfen unsere Meinung ändern. Wir dürfen einen Traum verwirklichen und später trotzdem feststellen, dass wir einen anderen Weg gehen möchten. Wir dürfen Dinge hinterfragen. Wir dürfen neu anfangen.

Und wir dürfen unser Leben so gestalten, wie es zu uns passt – auch wenn andere es vielleicht anders machen würden.

Ich bin jedenfalls gespannt, wohin uns unser nächstes Kapitel führt.

Schön, dass du dabei bist.

Yasmin